Buch

Multiple Belastungsfaktoren in Familien von Claudia Pyrlik

Im vorliegenden Buch wird untersucht, in welchem Maß Herkunft und das Aufwachsen in Familien mit vielfältigen Belastungen die psychosoziale Verfassung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen. Grundlegende These der Arbeit ist, dass Familiensysteme, die mit verschiedenen Belastungen gleichzeitig konfrontiert sind, nur unzureichend die Grundbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen befriedigen können. Was auf den ersten Blick einfach erscheint, zeigt sich im Rahmen dieser Masterarbeit als theoretisch vielschichtiges Untersuchungsfeld. So verlangt bereits die Festlegung, was Grundbedürfnisse von Kindern und Jugendliche sein könnten, eine fundierte Rezeption sozialwissenschaftlicher Arbeiten zu diesem Thema. Diese wird in denkbarer knapper Form dargestellt und mündet in ein nachvollziehbares Untersuchungssetting, das eine empirische Annäherung an die zentrale Fragestellung ermöglicht. Ausführlich werden die Tücken der Untersuchung und ihre Ergebnisse dargelegt. Dass sich multiple Belastungsfaktoren in Familien nachteilig auf Kinder und Jugendliche auswirken, ist ein wenig überraschendes Ergebnis der Untersuchung. Interessanter ist, dass es „keinen direkten Zusammenhang zwischen der Menge der Belastungsfaktoren und einer damit zusammenhängenden lineare Steigerung der Nichterfüllung“ (82) von Bedürfnissen festgestellt werden konnte. Im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen aus weniger belasteten Familien wurden die Bedürfnisse der betroffenen Kinder und Jugendlichen vor allem „nach Bindung sowie das Bedürfnis nach Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung“ (83) weniger befriedigt.

Auch vor dem Hintergrund, dass die Untersuchung im Feld der Sozialpädagogischen Familienhilfe erfolgte und konkrete Hinweise für die Praxis in diesem Feld enthält, ist dem Buch zu wünschen, dass es nicht nur als Qualifizierungsarbeit rezipiert wird.

Pyrlik, Claudia (2025): Multiple Belastungsfaktoren in Familien. Auswirkungen auf die Erfüllung kindlicher Grundbedürfnisse. Tectum.

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